Der Tintenleiter

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„Wir waren 1969 auf dem Mond, aber die Füller haben immer noch gekleckst“

Wolfgang Schmidt

In der aktuellen BrandEins (Heft 12 Dezember 2015, S. 90) ist ein interessanter Beitrag über Füller und dessen Kernstück, der Tintenleiter. Wie das Zitat andeutet hat die Entwicklung des Tintenleiters über Jahrhunderte gebraucht. Bereits seit dem 4. Jahrhundert wird mit Feder und Tinte geschrieben. Es hat bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts gedauert bis der erste Tintenleiter es nicht mehr nötig machte, dass man nach wenigen Zeichen die Feder in Tinte tauchen musste. Der Tintenleiter sorgt dafür, dass die Tinte von der Patrone über die Kapillarwirkung gleichmäßig an die Feder abgegeben wird. Dabei ist es wichtig, dass gerade so viel Luft in die Patrone gelangt, wie Tinte verbraucht wird. Es gibt nur wenige Hersteller von Tintenleitern auf der Welt. Die Entwicklung ist sehr teuer und es wird viel Know-How und Erfahrung benötigt. Die Herstellung ist komplex und muss bis auf wenige Millimeter genau sein. Nur so kann erreicht werden, dass ein Füller beim Schreiben immer gleich viel Tinte abgibt, bei Nichtbenutzung die Tinte zurückhält und auch bei Luftdruck- und Temperaturschwankungen nicht tropft.

Titelbild: Joel Montes de Oca (CC BY-SA 2.0)

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